Franz Lehàr

Lehár wurde am 30. April 1870 im ungarischen Komárom geboren. Als Sohn eines (auch selbst komponierenden) Militärkapellmeisters kam Lehár schon in frühester Kindheit zur Musik und lernte verschiedenste Musikinstrumente, u.a. Klavier und Trompete. Nach seinem Studium der Violine am Prager Konservatorium wurde er Orchestergeiger am Theater Barmen-Elberfeld. Dort hielt es ihn jedoch nicht lange: Gleich seinem Vater wurde er ab 1890 (der jüngste) Militärkapellmeister der K. u. K. Monarchie und war mit seinen Militärkapellen in Pula, Triest, Budapest und Wien stationiert. Während Lehárs Militärzeit entstanden seine erste Kompositionen: Vor allem Märsche, Tänze und Liederalben.

Einen ersten großen Erfolg als Komponist konnte Lehár mit der 1896 in Leipzig uraufgeführten Oper «Kukuschka» verbuchen.  Mit der 1905 in Wien uraufgeführten Operette „Die lustige Witwe“ katapultierte sich Lehár mit einem Schlag an die Spitze der Wiener Operettenszene: Durch die Einführung einer neuartigen Tanzdramaturgie revolutionierte Lehár das Genre und wurde zum Gründungsvater der Wiener Salonoperette, die er mit weiteren Werken – u.a. dem 1909 uraufgeführten «Graf von Luxemburg»  weiterentwickelte und verfeinerte. Dieser Operettentypus war es, welcher von Lehárs Rivalen Oscar StrausEmmerich Kálmán und Leo Fall aufgegriffen, vielfältigst variiert und von Wien aus höchst erfolgreich in die ganze Welt exportiert wurde. 

Lehárs Liebe zur Oper trieb ihn in den sich anschließenden Jahren zu immer neuen Operetten-Experimenten, mit denen er jedoch nie an den Erfolg der «Lustigen Witwe»  anknüpfen konnte: «Die blaue Mazur», «Das Fürstenkind», «Endlich allein», «Der Sterngucker»  und «Wo die Lerche singt»  sind nur die wichtigsten der etwa 20 Operetten, die zwischen 1910 und 1925 entstanden sind. 

Doch erst mit dem 1925 uraufgeführten «Paganini» gelang Lehár die von ihm gesuchte Synthese aus Oper und Operette. Dieser neuartige Operettentypus zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er auf das für die Operette typische Happy-End verzichtet. 
Nach «Giuditta», die Lehár als Krönung seines Schaffens ansah, bricht Lehárs weiteres kompositorisches Werk fast vollständig ab: In seinen letzten Lebensjahren befasste sich der Komponist fast ausschließlich mit der Umarbeitung seiner früheren Werke, um der Nachwelt seine Operetten in Ausgaben letzter Hand zu hinterlassen. Lehár starb am 24. Oktober 1948 in Bad Ischl bei Wien, wohin er sich jeden Sommer zurückgezogen hatte, um in Ruhe komponieren zu können. 

Quelle: www.klassika.info